Ende Oktober führte mich eine berufliche Reise in die Stadt Chang'an in Dongguan. Kurz vor meiner Abreise buchte ich eher beiläufig das Chang'an International Hotel, Parklane Hotel Changan Dongguanohne große Erwartungen – ich ging davon aus, es sei lediglich ein Ort, um während der Geschäftsreise die Nacht zu verbringen. Doch zu meiner Überraschung umfing mich schon beim Betreten des Hotels ein unbeschreibliches Gefühl von Ruhe und Behaglichkeit.
Die Hotellobby war zwar nicht prunkvoll, aber sauber und hell. Warmes Licht spielte auf den hellbeigen Steinwänden, und die Rezeptionistin fragte mich mit sanfter Stimme, ob ich ein Zimmer in einer höheren Etage oder ein ruhiges Zimmer bevorzugte. Als sie erfuhr, dass ich am nächsten Tag einen frühen Termin hatte, organisierte sie vorausschauend ein Zimmer, das abseits der Hauptstraße lag. Beim Check-in wurde mir eine Tasse warmer Chrysanthementee mit einigen Goji-Beeren am Boden gereicht – genau das Richtige, um an einem kühlen Herbstabend etwas Wärme zu spüren.
Mein Zimmer befand sich im zehnten Stock und bot einen Blick auf das Straßenbild von Chang'an. Als ich in der Dämmerung die Vorhänge aufzog, sah ich in der Ferne sanfte Hügelzüge, während die warmgelben Lichter der Straßenlaternen unter mir wie ein Lichtband wirkten, das sich um die kleine Stadt schlang. Die Einrichtung des Zimmers war nicht luxuriös, aber alles wirkte durchdacht arrangiert: Am Bett lagen Kissen in zwei verschiedenen Höhen bereit, die Schreibtischlampe bot drei Helligkeitsstufen, die Dusche hatte einen hervorragenden Wasserdruck, und sogar der Bademantel war ordentlich am Fußende des Bettes zusammengelegt. Als jemand, der ständig reist, habe ich eine Abneigung gegen hauchdünne, unbequeme Hotelslipper; hier jedoch waren die Baumwollpantoffeln dick und weich – einmal angezogen, wollte ich sie gar nicht mehr ausziehen.
Am nächsten Morgen weckte mich mein Wecker, und ich ging hinunter zum Frühstück, das sich als das eigentliche Highlight herausstellte. Im Restaurant herrschte reges Treiben, und ein Mitarbeiter, der einen Servierwagen schob, begrüßte mich herzlich: „Hallo, die Garnelen-Dumplings kommen gerade frisch aus dem Dämpfer.“ Mit meinem Teller in der Hand schlenderte ich umher; Die *Changfen* (gedämpfte Reisrollen) wurden direkt vor Ort frisch zubereitet – so dünn, dass sie fast durchscheinend waren – und mit einer unglaublich aromatischen Sojasauce beträufelt. Der Rettichkuchen war beidseitig goldbraun und knusprig gebraten und entfaltete bei jedem Bissen die frische Süße des Rettichs; dazu gab es eine Schale kochend heißes Congee mit Schweineinnereien, das so reichhaltig gefüllt war, als würde man es verschenken. Mitten während des Essens bemerkte ein Mann mittleren Alters am Nachbartisch meinen fremden Akzent und begann ein Gespräch; er empfahl mir einen Abendspaziergang auf den nahegelegenen Lianhua-Berg und erwähnte, dass die Osmanthusblüten zu dieser Jahreszeit in voller, duftender Pracht stünden.
Nachdem ich mein Tagewerk beendet hatte, spazierte ich in der Dämmerung tatsächlich zum Lianhua-Berg und kehrte erst zurück, als die Abenddämmerung bereits in die Nacht übergegangen war. Der Sicherheitsmann am Hoteleingang erkannte mich und rief schon von Weitem: „Sie sind wieder da!“ – es klang wie bei einem Nachbarn, der auf meine Rückkehr gewartet hatte. In der Lobby-Lounge unterhielten sich einige Gäste leise; ich bestellte einen Americano, setzte mich in eine Ecke und sah auf mein Handy. Plötzlich wurde mir klar, dass sich diese ungestörte Gelassenheit weitaus angenehmer anfühlte als die prunkvollen Lobbys irgendeines Fünf-Sterne-Hotels.
Am Tag meiner Abreise überreichte mir die Rezeptionistin eine kleine Tüte mit hoteleigenen Eierrollen; sie seien ein Geschenk für Stammgäste. Ich war einen Moment lang überrascht – schließlich war es mein erster Besuch –, doch sie lächelte und sagte: „Dann nennen wir es eben ein Willkommensgeschenk für einen Erstbesucher.“
Als ich aus dem Hotel trat, warf ich einen Blick zurück auf die Lobby, die in warmem, gelbem Licht erstrahlte, und prägte mir den Namen still ein. Parklane Hotel Changan Dongguan ist weder protzig noch prunkvoll; doch durch eine Schale Reisbrei, eine Tasse Tee und ein schlichtes „Sie sind wieder da“ bewahrt es auf sanfte und sichere Weise die unaufdringliche Herzlichkeit dieser kleinen Stadt. Sollte ich jemals nach Chang'an zurückkehren, werde ich wohl nicht einfach irgendeine Unterkunft buchen, sondern gezielt und bewusst hierher zurückkehren.Mehr anzeigen